Zwischenstopp in Aschaffenburg mit EISs-Gruppe und Wörther Bürgermeister radelt mit

Richtig verwöhnt von der Verwandtschaft starteten wir am Morgen mit Begleitung von Jule und Marieke Jansen entlang der Grenze in Richtung Main. Hier passierten wir zwei markante Stellen der Landesgrenze Bayerns: den tiefsten Punkt Nähe der Mündung der Kahl in den Main mit einer Höhe von 102m und kurz darauf den westlichsten Punkt am Main. Die flache Strecke führte auf einem schönem Radweg bis nach Aschaffenburg. Nach 34km trafen wir im Nizza  einvon Bayern ein und wurden schon vom zweiten Bürgermeister Herrn Leiderer und einigen Mitgliedern der inklusiven EISs-Sportgruppe von Aschaffenburg mit der Vorsitzenden Barbara Beckmann, sowie Fernsehen, Rundfunk und Presse erwartet. Wir bedanken uns herzlich für die Spende der Stadt Aschaffenburg und den erlesenen Pompejaner und freuten uns sehr, neben Trainern der EISs-Gruppe auch Medaillengewinner der Disziplin Schwimmen kennenzulernen, die freudestrahlend von ihrem Sport berichteten. Nach diesem schönen Zwischenstopp verabschieden wir uns von Jule und Marieke, die nun wieder heim radelten und folgten dem hügeligen Grenzverlauf im Odenwald. In Eisenbach stieß der Bürgermeister Andreas Fath von Wörth am Main mit seinem Fahrrad zu uns und begleitete uns mit Muskelkraft zu unserem Etappenziel. Auf dem letzten Kilometer begann es zu regnen und wir freuten uns sehr über die Übernachtungsmöglichkeit in der Sporthalle. Abends wurden wir im alten Rathaus im Sitzungssaal vom Bürgermeister Herr Fath empfangen, der uns eine Spende überreichte und wir durften uns ins goldene Buch von Wörth am Main eintragen. Wir danken für diese Ehre! Im Anschluss lud uns Herr Fath zum Essen in die goldene Krone ein, wo wir einen sehr gemütlichen Abend mit hervorragender Stärkung verbrachten. Für die  Einladung und den netten Abend bedanken wir uns sehr und auch für die Spende, die Landrat Herr Jens Marco Scherf uns überreichte.

Artikel Saale-Zeitung: Artikel Bad Brückenau

Zeitungsbericht von Alzenau: In 50 Tagen rund um Bayern

Gemeinsam durch den Spessart und mit Longboards und Musik nach Alzenau

Stefan Pumm vom Hotel Schwarzkopf, in das wir vom Bürgermeister Herrn Holzemer eingeladen waren, sorgte an diesem Morgen für ein wunderbares Frühstück und wir bedanken uns für die hervorragende Versorgung in Frammersbach. Heute freuten wir uns besonders auf die bevorstehende Tour, denn es hatten sich besondere Menschen zur Begleitung angesagt: Mein Bruder Erik Jansen radelte schon um 5 Uhr morgens von Alzenau aus los, um pünktlich in Frammersbach zu sein und uns bis zu seinem Heimatort zurück zu begleiten. Mein Patenkind Marieke wurde von meiner Schwägerin Jule nach Frammerbach gefahren, um auch mitradeln zu können. Als besonderer Mitradler kam der Grabigkraxler und Kilometersammler Günter Kraus zum Startpunkt am Hotel Schwarzkopf und wir freuten uns sehr auf die gemeinsame Fahrt. Das Bayerische Fernsehen begleitete uns heute den ganzen Tag. Wir wunderten uns nicht, dass aus Frammersbach viele passionierte Mountainbikesportler kommen, denn hier geht es direkt steil hinauf in den Spessart, ein gutes Trainingsrevier direkt vor der Haustür! Gemeinsam machte die Fahrt auf Forstwegen und Trails besonders viel Spaß, auch wenn es einige Höhenmeter zu bewältigen galt. In Michelbach erlebten wir dann familiäre Gastfreundschaft, denn Jule und ihre Zwillingsschwester Vio bewirteten uns Radler alle mit Spaghetti, damit wir anschließend gut gestäkt mit Longboards weiter nach Alzenau rollern konnten. Auf der Fahrt wurden wir von immer mehr Menschen auf unterschiedlichsten Fortbewegungsmitteln begleitet. Besonders freuten wir uns, dass viele vom Verein “Unbehindert miteinander leben” sich daran beteiligten. Auch die zweite Vorsitzende Stephanie Huth und ihre Söhne radelten mit. So setzte sich die bunte Gruppe mit Longboards, Fahrrädern, Einrad, Cityrollern, Rollschuhen und Andreas Grebner mit einem Spezialrad in Bewegung. Kurz vorm Ziel gab es dann noch eine große Überraschung, die uns wirklich absolut gefreut hat: der Dudelsackspieler Alexander Rühl sorgte für musikalische Unterhaltung und führte den gesamten Trupp bis zum Rathaus in Alzenau, wo der zweite Bürgermeister Herr Schuhmacher und die Vorsitzende des Vereins “Unbehindert miteinander leben”, Brigitte Grebner, sowie einige Familien des Vereins schon auf uns warteten. Über diesen tollen Empfang freuten wir uns sehr und wir bedanken uns bei der Stadt Alzenau herzlich für die Spende und die Ehre, uns ins goldene Buch eintragen zu dürfen. In Gesprächen erfuhren wir viel über die wertvolle Arbeit, die der Verein “Unbehindert miteinander leben” leistet und wir danken für das nette Gastgeschenk. Nach dem offiziellen Empfang wurden wir körperlich wieder fit gemacht für die kommenden Etappen: Die Physio-Praxis Trageser aus Michelbach lud uns zur Massage ein und Steffen und Tim Trageser opferten ihren freien Nachmittag, um uns fachmännisch durchzukneten. Völlig entspannt ließen wir uns von der Familie bei selbstgebackener Pizza verwöhnen, während wir in der Abendschau im Bayern Fernsehen den Beitrag zum heutigen Tag anschauten. Viel zu schnell ging der ereignisreiche Tag vorbei und wir danken wirklich allen von Herzen.

Museumsführung am Morgen, Hochrad-fahren und Spendenaktion in Frammersbach

Nach einer erholsamen Nacht neben einer Fahrradgiraffe und weiteren zweirädrigen Sammlerstücken verwöhnten uns Ivan Sojc und Steffi Faust mit einem wunderbaren Frühstück im Deutschen Fahrradmuseum, bevor uns Ivan durch das Museum führte. Die von ihm in jahrzehntelanger Arbeit zusammengestellte gigantische Sammlung von Fahrrädern, die in mehreren Stockwerken detailverliebt durch die komplette Geschichte des Zweirads führt und dabei auch die gesellschaftliche Entwicklung betrachtet, ist absolut sehenswert und originell. Gerne hätten wir uns noch viel länger hier aufgehalten, aber eine besondere Herausforderung wartete noch auf uns: eine Fahrt auf einem Hochrad! Nach Anleitung und professioneller Hilfestellung von Ivan Sojc legten Markus und ich jeweils 100m selbständig auf diesem außergewöhnlichen Fahrzeug zurück. Man kann übrigens das “Fahrradmuseum” auch in der mobilen Version bei Ivan Sojc buchen, es kommt dann mit verschiedenen Exponaten in andere Orte und wenn man wünscht, gibt es noch eine Hochrad-Fahrstunde dazu. Doch wir empfehlen auf jeden Fall einen Besuch vor Ort, denn das Staatsbad Bad Brückenau hat noch viel mehr zu bieten, wie mehrere Heilquellen, eine tausendjährige Eiche und vor allem aber den schon von König Ludwig geliebten Kurpark, der sehr großzügig angelegt ist. Der Bürgermeister Herr Pfister kam morgens extra zum Museum, um uns zu verabschieden und anschließend führten uns Ivan Sojc und André Pfister auf Fahrrädern durch die Sehenswürdigkeiten im Kurpark von Bad Brückenau. André begleitete uns sogar noch 30km auf unserer Tagesetappe, die entlang der Sinn und einer zum Radweg umgebauten Bahntrasse schließlich in den Spessart führte. Das Wetter wurde besser und wir genossen nach den letzten nasskalten Tagen die Sonne, die sich immer wieder zeigte. Nachmittags erreichten wir Frammersbach, wo uns der Bürgermeister Herr Holzemer herzlich begrüßte. Abends gab es im Gasthof Schwarzkopf eine Veranstaltung, zu der einige Interessierte und auch ein Team vom Fernsehen kamen. An dieser Stelle möchten wir uns ganz arg bedanken, dass die Gemeinde Frammersbach, in der seit jeher Mountainbike- und Ausdauer-Sport betrieben wird, unsere Spendenaktion derart beworben hat, dass viele Menschen 50 Tage lang Kilometer sammeln und dabei Spenden zusammentragen. Und ganz besonders wollen wir Günter Kraus danken, der sich Sponsoren in der Gemeinde gesucht hat, die 1€ für jeden von ihm zurück gelegten Kilometer spenden. Inzwischen hat der extreme Ausdauersportler, der sich seit kurzem im Ruhestand befindet, schon über 3500km zurück gelegt und damit ganz alleine schon den Betrag eines Sportrollstuhls erreicht, eine wirklich unglaubliche Leistung! Vielen Dank an alle Sponsoren, Teilnehmer und an Bürgermeister Holzemer für die Einladung in den Gasthof Schwarzkopf.

Hier der Zeitungsartikel: Artikel Bad Brückenau

Schwabenhimmel, Bad Brückenauer Herzlichkeit und eine Nacht im deutschen Fahrradmuseum

Das Gasthaus “Zur Weimarschmiede” ist bestens auf die Belange von Grenzgänger eingestellt. Hier bekommt man unter anderem ein sehr reichhaltiges Frühstück und wird sogar aufgefordert, sich ordentlich Proviant mitzunehmen, da es an der Grenze inzwischen kaum noch Möglichkeiten zur Versorgung gibt. Wir danken Jana, Alex und dem ganzen Team für die tolle Verpflegung! Im strömenden Regen radelten wir los und unser erstes Ziel war der nördlichste Punkt Bayerns. Im Nebel strampelten wir dann stetig bergauf in die Hoch-Rhön und immer wieder gab es Regenschauer bei einer Temperatur von 11°C. Immer höher ging es hinauf bis in den Schwabenhimmel, wie der 920m Höhe Gipfel des Heidelstein auch genannt wird. Für die Abfahrt zogen wir alles übereinander an, was wir hatten, aber dennoch kroch die Kälte in alle Glieder. Die Freude war groß, als wir plötzlich auf einen Trupp Radler stießen, die uns nach Bad Brückenau begleiten wollten. Sonja war mit Trike unterwegs, aber auf den Waldwegen war bergauf manchmal noch Muskel-Unterstützung von ihrem Mann René Pfister nötig, der sich für Menschen, die an MS erkrankt sind, einsetzt und viele tolle Aktionen initiiert, an denen Menschen aus der gesamten Umgebung teilnehmen können ( sinn-erleben.org und freirad.org). Je weiter wir radelten, desto mehr Radler gesellten sich zu uns und außerdem Rollstuhlfahrer und Liegerad-Tandemfahrer. Mit dabei waren der Behindertenbeauftragte Andreas Knüttel, der sich in Bad Brückenau sehr für diese Menschen einsetzt und der Referent für Senioren und Menschen mit Behinderungen, Herr Heribert, sowie der Sportreferent Herr David Fronczek. Schließlich erreichten wir gemeinsam das Rathaus in Bad Brückenau, wo uns viele Menschen, der zweite Bürgermeister Herr Pfister und die Landrätin Frau Meyer-Dirks herzlich begrüßten. Wir durften uns ins goldene Buch von Bad Brückenau eintragen und bedanken uns für diese Ehre, für die Spende und die netten Gastgeschenke. Nach diesem wirklich sehr bewegenden Empfang geleiteten uns Ivan Sojc und Steffi Faust zu unserem wirklich außergewöhnlichen Übernachtungsplatz: dem Deutschen Fahrradmuseum Bad Brückenau! Ivan Sojc, leidenschaftlicher Sammler und Restaurator von (Zwei)rädern aller Art leitet das Fahrradmuseum, das er selber initiiert hat und in dessen Mauern er lebt. Wir danken für die herzliche Gastfreundschaft und sind schon sehr gespannt auf die Museumsführung morgen. Beim Bürgermeister Herrn Pfister bedanken wir uns sehr für die Einladung zum Essen und den gemütlichen Abend, zu dem viele der oben genannten Begleiter gekommen waren. Nun ist die Zeit gekommen für die Nacht im Museum!

Gedenkstätten an der Grenze auf dem Weg in die nördlichsten Gebiete Bayerns

Das alte Schulgebäude in Trappstadt bot uns viel Platz zum Übernachten und sogar, um unsere Kleidung zu waschen. In Trappstadt gibt es noch eine Gaststätte, das Restaurant “Grenzpunkt”. Ansonsten findet man in den gesamten Orten in der Nähe keine Bäckereien oder Lebensmittelgeschäfte mehr und Gaststätten sind eine Seltenheit. Wir hatten auf unserer Tour gestern vergeblich nach Läden gesucht und konnten weder für das heutige Frühstück, noch Proviant für den heutigen Tag einkaufen. Daher freuten wir uns sehr, dass Bürgermeister Herr Custodis uns zu sich nach Hause zum Frühstück einlud. Nach dem gemütlichen Sonntagsfrühstück, bei dem wir erfuhren, was die Menschen hier in Trappstadt bewegt, schwangen wir uns auf die Räder und radelten zügig, um möglichst den für nachmittags gemeldeten Regenfällen zu entkommen. Entlang der Grenze findet man in dieser Gegend viele Gedenkstätten und Mahnmale, wie zum Beispiel die Gedenkstätte Behrungen mit einer vollständigen Grenzanlage mit Grenzturm, die an verschiedenen Stationen besichtigt werden kann. Auch auf der weiteren Strecke entdeckt man immer wieder Mahnmale, wie Zaunstücke und den Grenzturm bei Herrmannsdorf. Die Landschaft ist hier recht weitläufig und hügelig und große Flächen werden landwirtschaftlich bestellt. Doch in der Ferne tauchten schon die ersten bewaldeten Ausläufer der Rhön auf und bald strampelten wir im Wald wieder längere Steigungen hinauf. Unser Tagesziel war Fladungen in der Rhön, wo wir ursprünglich eine Übernachtung auf dem Zeltplatz geplant hatten. Als starker Regen einsetzte und in Anbetracht der Tatsache, dass es in erreichbarer Nähe des Zeltplatzes keine Möglichkeit unserer Versorgung durch einen Laden oder ein Gasthaus gab, beschlossen wir, uns ein Zimmer mit Frühstück im nördlichsten Gasthaus Bayerns “Zur Weimarschmiede” in Weimarschmieden zu nehmen. Wir sind inzwischen seit 5 Wochen unterwegs und bemerken beide, dass die sportliche Leistung, die wir tagtäglich erbringen, an unseren Kräften zehrt und das Bedürfnis, bei Regenwetter im Zelt zu nächtigen, ist nicht mehr so groß und umso stärker ist der ständige Wunsch, viel und gut zu Essen.

Frühstück im Turm, Gegenwind und Zwerge auf dem Weg nach Trappstadt

Am Morgen gab es zunächst einmal eine Überraschung für uns: von Frau Steffi Kowol und Frau Hedda Hanft wurden wir in den von beiden Damen frisch hergerichteten Nachtwächterturm entführt. Dort hatten die beiden ein liebevolles Frühstück aufgebaut, das keine Wünsche offen ließ. Nach diesem herzlichen Tagesbeginn fielen uns die folgenden Radkilometer gar nicht schwer. Vorbei an Deutschlands größtem Burgenmuseum, der Veste Heldburg, folgten wir ein Stück dem Lutherweg. Wir trafen auf die Gedenkstätte Billmuthausen, wo ein grenznahes Dorf komplett umgesiedelt und vernichtet wurde. Immer wieder stießen wir auf den Kolonnenweg, dessen Befahren nach wie vor sehr mühsam ist. Mitten im Wald stießen wir sogar auf eine Zwergenkolonie, auf dem Foto sieht man Rotkäppchen bei den Zwergen. Schließlich erreichten wir Trappstadt, wo wir vom Bürgermeister Herr Custodis begrüßt und von der örtlichen Presse interviewt wurden.

Übrigens gibt es einige Gemeinden, die nicht direkt bei unserer Ankunft Spenden überreicht haben, da deren Spendensammlung noch bis zum 12.9. andauert.

Lions Club spendet in Coburg und Wellness pur in Bad Rodach

Als der Regen aufs Dach trommelte, waren wir froh, die Nacht trocken im Feuerwehrhaus zu verbringen. Und morgens kam der zweite Bürgermeister Wolfgang Förtsch persönlich, um uns mit einem guten Frühstück zu versorgen und brachte unter anderem Kaffee, den Frau Keim schon in der Frühe gekocht hatte. Wir bedanken uns ganz arg, denn mit dieser guten Stärkung machte es uns dann fast nichts mehr aus, im strömenden Starkregen loszuradeln. Zum Glück ließ der Regen bald nach und wir folgten dem Grenzverlauf, wobei wir in der nun immer mehr besiedelten Gegend viele gute Alternativen zum Kolonnenweg vorfanden, um grenznah unterwegs zu sein. Heute hatten wir einen Abstecher nach Coburg geplant. Nach 53km erreichten wir pünktlich um 11:30 Uhr das Rathaus, wo schon viele Menschen auf unsere Ankunft warteten. Oberbürgermeister Herr Dominik Sauerteig, die Präsidentin des Lions-Club Coburg Veste Frau Dr. Sinha, der Pressesprecher Herr Louay Yassin und Frau Astrid Hess, die Vorstand des TV 1848 und Leiterin der EISs-Sportgruppe ist, sowie einige Rollstuhl-Basketballer und Schüler begrüßten uns vor dem Rathaus. Wir freuen uns, dass der Lionsclub einen Sportrollstuhl gespendet hat, dessen Übergabe anschließend erfolgte. Dieser Sportrollstuhl soll von verschiedenen Kindern mit Handicap genutzt werden können. Nach der Rollstuhlübergabe führte uns der Oberbürgermeister Herr Sauerteig auf den Rathausbalkon und wir bedanken uns für diese Ehre, die besonderen Gästen vorbehalten ist. Frau Dr. Sinha danken wir ganz herzlich für die Organisation und die sehr großzügige Spende.

Nach diesem schönen Zwischenstopp in Coburg schwangen wir uns wieder auf unsere Sättel und strampelten bei windigen Wetter durch bergiges Terrain grenznah, also nicht auf direktem Wege, nach Bad Rodach. Dort wurden wir vom zweiten Bürgermeister Herrn Gelling und Frau Kowol begrüßt, die sich ganz rührend um unser Wohlbefinden kümmerten: zuerst wurden wir zu einer Massage in die Therme Bad Rodach eingeladen, was unseren angestrengten Muskeln unheimlich gut tat. Anschließend wurden wir in der Therme mit einem Abendessen verwöhnt, zu dem der Betriebsleiter der Therme Herr Michel und die Marketingleiterin Frau Monzel hinzukamen. Nach angeregten Gesprächen entspannten wir uns in der wundervollen Naturtherme mit schöner Saunalandschaft, bevor wir müde und bestens entspannt im kleinen Sitzungssaal des alten Jagdschlosses in unsere Schlafsäcke krochen.

Herzlicher Empfang in Welitsch an der Gedenkstätte Heinersdorf

Nach der Entspannung in Bad Steben starteten wir mit Mountainbikes oberhalb der Saale auf kleinen Sträßchen, die sich in weiter Landschaft ständig auf und ab wanden. An der thüringischen Grenze trafen wir in den Orten immer mehr auf dunkel verkleidete Schieferhäuser. Der schwarze Ölschiefer wurde im Schiefergebirge unter Tage abgebaut. Wir folgten zum Teil grenznah dem Rennsteig. Mitten im Wald stießen wir auf die Konfiserie Burg Lauenstein, wo wir uns kurz mit Pralinen stärkten, bevor ein langer Anstieg zur Zollhütte an Schildwiese folgte. Hier befindet sich an der Grenze ein Mahnmal und eine Lutherbank zum Gedenken an die Reformation. Von dort folgten wir wieder ein Stück dem Rennsteig und wie von alleine sausten wir schließlich das Tettauer Tal bis nach Welitsch hinab. An der Gedenkstätte Heinersdorf begrüßte uns der zweite Bürgermeister Herr Wolfgang Förtsch, der Behindertenbeauftragte Herr Dag, Frau Keim mit Sohn, Herr Couderc und weitere Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Welitsch, die Wandergruppe Gipfelstürmer von Pressig und die Wanderfreunde vom SV Förtschendorf, die jeweils auf unterschiedliche Art Spenden gesammelt hatten, unter anderem durch das Sammeln von Wanderkilometern und die uns alle jeweils ihre Spenden überreichten. Wir sind beeindruckt von der Herzlichkeit und bedanken uns sehr herzlich bei allen, die diese Aktion unterstützt haben.

An der Gedenkstätte Heinersdorf sind noch Mauerreste erhalten und Herr Förtsch erläuterte uns die Hintergründe dieses geschichtsträchtigen Ortes und lud uns zu einem gemütlichen Essen ein. Wir danken für die Einladung und die netten Gastgeschenke und freuen uns sehr, dass wir im Feuerwehrhaus übernachten können. Da es hier in Welitsch keinen Internet Empfang gibt, danken wir Herrn Couderc, dass wir bei ihm Zuhause WLan nutzen durften. An der Grenze, mitten in Deutschland, ist man hier von der Welt noch abgeschnitten.

Erholsamer Ruhetag in Bad Steben

Für Genießer, die Ruhe und Erholung suchen ist Bad Steben im Norden Bayerns wirklich ein Geheimtipp. Nach einem sehr reichhaltigen Frühstück im Hotel Modena, das sehr gemütlich und thermennah gelegen ist, begrüßte uns in der wunderschön bepflanzten Kurpark-Anlage der zweite Bürgermeister Herr Gärtner und Frau Josiger von der Touristen-Information. Wir bedanken uns herzlich für die gemütliche Unterkunft und die Einladung in die Therme. In den Solebecken und der großen, sehr geschmackvoll angelegten Saunalandschaft konnten wir unsere müden Muskeln bestens entspannen. Bad Steben besitzt eine der wenigen radonhaltungen Quellen, die das Immunsystem anregt, schmerzlindernd und entzündungshemmend wirkt, was bei vielen rheumatischen Erkrankungen hilft und noch zwei weitere Heilquellen. Bei uns steht nun nur noch das Aufziehen eines neuen Fahrradmantels an und da sind wir froh über Helfer wie Dorothee (mit Akzent auf dem vorletztem e) Sinha aus Coburg, die uns einen Mantel besorgt und gebracht hat und uns zum Glascafé in Lichtenberg entführt hat, wo wir spontan vom Tortenbäcker Ronny Koch eingeladen wurden und uns außergewöhnlich köstliche Torten schmecken ließen. Die Besonderheit im Glascafé ist die Kombination von kulinarischem mit künstlerischem Genuss, denn die Frau von Ronny Koch, Susan Liebold ist eine deutschlandweit bekannte Glaskünstlerin, deren bis zu 2m großen Glas-Objekte verschiedene Museen und Institutionen in Deutschland schmücken. Im kommenden Frühjahr wird es im Stuttgarter Schloß auch ein mit Licht kombiniertes Objekt von Susan Liebold geben. Da wir nun noch den neuen Mantel montieren müssen, bleibt uns nach einem guten Essen im Hotel Modena nun leider keine Zeit mehr für einen Besuch in der Spielbank von Bad Steben 🙂

100km über Dreiländereck, Kolonnenweg und Saale nach Bad Steben

Bei 7°C krochen wir morgens um 6 Uhr aus dem Zelt. In Hohenberg konnten wir uns am Vorabend alles zum Frühstück und für die Tagesverpflegung einkaufen, denn es gab einen kleinen Laden und so gab dann Müsli und wir schmierten insgesamt 8 Brötchen fürs Frühstück und für die lange Tour, die uns erwarten sollte. Bei der Kälte hielten wir uns nur so lang wie nötig auf und zogen alles mögliche übereinander an, bis uns bei den ersten Steigungen schnell warm wurde. Bald folgten wir wieder den Grenzsteinen. Ein Wurzel-Trail wurde mir leider zum Verhängnis: mein hinterer Fahrradmantel erhielt einen Schlitz, der zum Glück noch nicht sehr groß war, so dass wir weiter radeln konnten. Da es im gesamten Umkreis und auch am Zielort Bad Steben keine Fahrradgeschäfte gibt, die während der 100km-Tour erreicht werden könnten, beschlossen wir, auf heftige Trails zu verzichten und grenznahe Sträßchen zu bevorzugen, um zumindest bis zu unserem Tagesziel zu kommen. Schließlich erreichten wir das Dreiländereck Bayern -Tschechische  Republik – Sachsen und von da ging es entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Hier kommt man um das Befahren des berühmten Kolonnenwegs nicht herum. Nach Passieren des kurzen Grenzstücks zu Sachsen folgte die Grenze zum Nachbar-Bundesland Thüringen. Besonders interessant war das “geteilte” Dorf Mödlareuth wo es viele Zeugnisse der DDR-Zeit gibt, die hier besichtigt werden können. Anschließend folgten wir weiter dem Kolonnenweg, der sich ständig bergauf und bergab wandt und dadurch sehr kräftezehrend war. Es gab bei der Beschaffenheit des Kolonnenweges verschiedene Varianten: Während die aus einem Stück gefertigten Betonplatten noch einigermaßen befahrbar waren und nur ein ständiges “dadam dadam dadam” verursachten, waren die Betongitterplatten durch teils reifenbreite Vertiefungen viel schwieriger zu befahren. Wenn man nicht genau auf den handbreiten festen Gitterlinien fuhr, wurde man böse ausgebremst. Nachdem selbst an der Saale nach 70 Kilometern auf thüringischer Grenzseite die Gitterplatten kein Ende nahmen und zum hundertsten Mal steile Buckel überwunden werden mussten, war unsere Geduld aufgebraucht und wir wechselten zum Saale-Radweg auf die bayerische Grenzseite. Doch schon nach wenigen Kilometern führte der offizielle Radweg weg von der Saale auf einer größeren Straße kilometerlang steil hinauf und schließlich wieder ganz ins Tal zur Saale. Nach 90 harten Kilometern wartete nun noch der finale Anstieg nach Lichtenberg und Bad Steben auf uns. Hier quälten wir uns wirklich mit müden Muskeln hinauf und waren heilfroh, als wir nach 100km und über 1600 Höhenmetern in unserem Etappenort ankamen, wo wir am kommenden Tag einen Ruhetag verbringen werden. Das Angebot der Gemeinde Bad Steben, in einem Hotel zu übernachten, konnten wir an diesem Abend einfach nicht ausschlagen 🙂